…. Anders als der Arbeitsschutz, der durch eine Reihe konkreter gesetzlicher Vorgaben geregelt wird, beruht betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) derzeit lediglich auf einer allgemeinen, auf Freiwilligkeit basierenden Rechtsgrundlage.

§ 20 Sozialgesetzbuch V ermöglicht den Krankenkassen ein Engagement in der BGF. Der Paragraph sagt jedoch nichts darüber aus, welche Methoden und Instrumente zur Anwendung gelangen sollen, noch gibt er an, auf welche Arbeitstätigkeiten sich BGF bezieht. Auf der Grundlage dieser Regelung lassen sich Möglichkeiten ableiten, den gesetzlichen Handlungsspielraum flexibel, kreativ und zielführend auszugestalten. Dabei gilt jedoch immer, dass BGF in Ergänzung, nicht in Konkurrenz zum Arbeitsschutz steht. Die Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz ist freiwillig. Anders als der Arbeitsschutz kennt BGF keine obligatorischen Mindeststandards, deren Einhaltung überwacht wird. BGF setzt auf Leitlinien, Zieldefinitionen und Qualitätskriterien, die Anregungen geben und so zur Entwicklung einer umfassenden und nachhaltig wirksamen Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz beitragen sollen. Hierzu gehören

Ausgewählte Rechtsgrundlagen:

  • § 20 SGB V : Betriebliche Gesundheitsförderung, Primärprävention und Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen; Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Unfallversicherung;
  • § 1 und 14 SGB VII (PDF 6 KB): Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren durch die gesetzliche Unfallversicherung; Zusammenarbeit mit der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit dieser Regelung sowie mit dem Arbeitsschutzgesetz hat der Gesetzgeber 1996 das Verständnis von Arbeitsschutz erweitert.
  • Das Arbeitsschutzgesetz (PDF 44 KB): Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit – regelt die Pflichten der Arbeitgeber sowie Pflichten und Rechte der Arbeitnehmer
  • Das Arbeitssicherheitsgesetz (PDF 38 KB): Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

Quelle: DNBGF

Das betriebliche Gesundheitsmanagement spielt im Unternehmen eine immer größer werdende Rolle. Die Norm DIN SPEC 91020 soll einen  Überblick geben.

DIN SPEC 91020 bringt Mindeststandards

Die DIN SPEC 91020 regt zu inhaltlichen, prozessbezogenen und qualitativen Mindeststandards für ein Betriebliches Gesundheitsmanangement an und schafft damit grundlegende Voraussetzungen für gesunde Arbeitsbedingungen und die Gesundheits- und Leistungsförderung der Mitarbeiter. Zudem erlaubt die Form der Spezifikation die Integration in bereits bestehende Managementsysteme.

Was ist die DIN SPEC 91020?

Die DIN SPEC 91020 ist eine Spezifikation, die vom Deutschen Institut für Normung herausgegeben wird. Sie beschreibt Anforderungen an ein Betriebliches Gesundheitsmanagementsystem und leistet damit Hilfestellung bei der Konzeption, Implementierung und Weiterentwicklung eines BGM. Ferner kann die Spezifikation von Betrieben, Akkreditierungsgesellschaften und Zertifizierungsstellen zur Bewertung einer Organisation herangezogen werden. Das ermöglicht Unternehmen, das betriebseigene BGM auf Grundlage der festgelegten Anforderungen der DIN SPEC zertifizieren zu lassen. Die Spezifikation ist keine für alle verbindliche Norm, sondern stellt ein standardisiertes Managementsystem dar, nach dem sich Unternehmen bezüglich ihres Gesundheitsmanagements freiwillig richten und zertifizieren lassen können.

Integration in andere Managementsysteme

Durch die Ausrichtung der DIN SPEC 91020 am ISO Guide 83 wird sichergestellt, dass sich ein betriebliches Gesundheitsmanagementsystem nach den Inhalten der DIN SPEC in bestehende Managementsysteme, zum Beispiel ein Qualitätsmanagement nach ISO 9001, integrieren lässt.

Bildquelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

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