… eine Fehlerkultur im Unternehmen entwickeln.

Aus Fehlern lernen? Ist das überhaupt möglich?

Versuchen nicht die meisten Menschen, Fehler möglichst zu vermeiden oder eigene Fehler zu verbergen? Sie befürchten, dass diese Fehler etwas über ihre Person aussagen, über ihre (mangelnde) Begabung, über ihre (mangelnde) Intelligenz oder über ihre Begriffsstutzigkeit.

Es gibt aber auch Personen, die Fehler als Lerngelegenheiten ernst nehmen. Sie handeln nach dem Motto „Aus Fehlern wird man klug „ .Es zeigt sich, dass Menschen, die sich mit ihren Fehlern produktiv auseinandersetzen und neue Erkenntnisse für ihr zukünftiges Handeln gewinnen, langfristig höhere Leistungen erzielen können.

Auf individueller Ebene können Fehler als unangemessenes, nicht der Norm entsprechendes Verhalten betrachtet werden, das vermieden werden soll. Basierend auf diesen Überlegungen wurden richtiges Verhalten belohnt und falsches Verhalten bestraft. Uns allen aus Kindheit und Schule bekannt.

Doch helfen uns Strafen und Belobigungen, Fehler zu vermeiden?

Wir können nur aus unseren Fehlern lernen, wenn uns überhaupt bewusst gemacht wird, dass wir etwas falsch gemacht haben. Zudem müssen wir erkennen können, was stattdessen richtiger gewesen wäre.

Ideal sind wiederkehrende Situationen, in denen das Richtige geübt werden kann. Darum ist es besser, dem Mitarbeiter zu erklären, was eine gute Lösung wäre, statt die Aufgabe selbst zu übernehmen. So frei nach dem Motto: „ Ich mach’s lieber selber, da weiß ich, dass es richtig ist“

Wir gewinnen neues Wissen aber nicht nur durch das Lernen aus eigenen Fehlern, sondern auch aus denen von Kolleginnen und Kollegen. Doch nur in einer Team/ Unternehmenskultur, wo offen über gemachte Fehler gesprochen wird, besteht die Chance gemeinsam neue Erkenntnisse und Handlungsalternativen zu entwickeln.

Nur wer versteht, wie der Fehler entstanden ist und sich mit den inneren und äußeren Umständen auseinandersetzt, kann Fehler vermeiden, in dem er seine eigenen Handlungen korrigiert oder die äußeren Rahmenbedingungen verändert, alleine oder im Team.

Eine Unternehmenskultur, die Fehler zulässt und ein Lernen aus den Fehlern ermöglicht, leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Produkten und Dienstleistungen. Sie fördert außerdem einen wertschätzenden Umgang untereinander und mit Kunden und Lieferanten.

Was können Sie tun, auf dem Weg zu einer positiven Fehlerkultur?

6 Schritte zum Erfolg

Keine Angst vor Fehlern

Angst, Fehler zu machen führt zu einem übertriebenen Sicherheitsdenken und verhindert Chancen zu erkennen. Angst blockiert die Kreativität und verhindert Innovationen. Denn jede Innovation ist auch ein Wagnis, schließlich bedeutet sie Veränderung. Wer jedoch das Risiko meidet und sich gegen jeden Fehler oder jede Fehlentscheidung ansichern will, bleibt auf der Strecke. Weiterentwicklung ist nicht möglich. Je verantwortlicher die Position ist, die Sie übernehmen, desto wichtiger ist es überschaubare Risiken in Kauf zu nehmen. Haben Sie den Mut zum kalkulierten Risiko. Verzeihen Sie sich und anderen, wenn es doch schief gegengen ist. Sagen Sie sich immer, aus Fehlern kann man nur lernen.

Schnelle Schadensbegrenzung

Eine Grundregel einer positiven Fehlerkultur lautet: je später ein Fehler entdeckt und behoben wird, desto größer wird der Schaden sein. Wer einen Fehler aussitzt, provoziert damit meist erst die richtige Katastrophe. Wer aus falschem Stolz oder Eitelkeit an einer Fehlentscheidung festhält, obwohl es weiß, dass da nichts mehr zu machen ist, riskiert den richtigen Verlust von Geld und Einfluss. Darum erkennen Sie rechtzeitig, wann es Zeit ist, sich von einer Idee, einem Projekt zu verabschieden und einen Schlussstrich zu ziehen. Zollen Sie denen Hochachtung, die Ihnen die Wahrheit sagen, die einen Fehler offen zugeben und durch schnelles und mutiges Handeln schlimmeres verhindern.

Ehrlich währt am längsten

Geben Sie lieber schnell und offen Ihren Fehler zu, in dem Wissen, dass so Schlimmeres verhindert werden kann. Setzen Sie sich mit dem Fehler aus einander und analysieren Sie, wie es dazu gekommen ist. Lernen Sie daraus für Ihr zukünftiges Handeln oder Entscheiden.

 Schuldzuweisungen bringen nichts

Schuldzuweisungen sind allzu menschlich, jedoch sind sie völlig unproduktiv. Wer seine ganze Aufmerksam auf das vergangene Geschehen richtet, dass so wieso nicht mehr verändert werden kann, verschenkt Energie und Zeit. Im Mittelpunkt muss die Frage stehen, wie können wir den Schaden so schnelle wie möglich beheben. Menschen, die Sie als Schuldige ausgemacht haben, werde Sie kaum motivieren können, mit Kreativität und Engagement an der Lösung des Problems zu arbeiten.

Sammeln Sie Erfahrung- aber machen Sie jeden Fehler möglichst nur einmal

Fehler sind Lernchancen, die sollte man nutzen. Geschieht dies nicht und passieren die gleichen Fehler immer wieder, dann sollten die Fehler Konsequenzen haben. Ob Sie einen Mitarbeiter abmahnen oder kündigen, sollte sich am persönlichen Verschulden orientieren. Solange sie fair und konstruktiv sind. Verfahren Sie nach dem Prinzip: Offenheit, Einsicht und Lernbereitschaft belohnen und wiederholtes Fehlverhalten angemessen sanktionieren.

 Seien Sie Vorbild

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen eine konstruktive Fehlerkultur entwickeln wollen, dann müssen Sie dafür werben und offen mit eigenen Fehlern sowie großzügig mit den Fehlern Ihrer Mitmenschen umgehen. Zeigen Sie sich versöhnlich statt nachtragend. Bringen Sie andere nicht in eine Rechtfertigung sondern suchen Sie gemeinsam nach Ursachen und konstruktiven Lösungen. Lassen Sie Fehler ruhen und holen Sie sich nicht bei jeder Gelegenheit wieder hervor, so nach dem Motto letztes Mal…
Charakterliche Größe besitzt der, der empathisch nachempfinden kann, warum jemand in der Situation aus Angst gelogen oder aus Überforderung versagt hat und verzeihen kann, so nach dem Motto „Schwamm drüber“

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Bildquelle: Gerd Altmann pixelio.de

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