….Er gibt auch anderen eine Chance.“ Winston Spencer Churchill

Gerade heute, unter den gewachsenen Belastungen im Berufsalltag, wie die Komplexität von Aufgaben und das hohe Maß an Verantwortung, ist das Risiko einen Fehler zu machen oder eine Fehlentscheidung zu treffen besonders hoch.

Wo auch immer Menschen arbeiten, passieren Fehler. So ist das nun mal. Die Frage, die sich stellt ist, wie geht man im Unternehmen damit um.


Die Erfahrungen, die Menschen im Laufe ihres Privat-und Berufslebens mit Fehlern gemacht haben, bilden den Hintergrund für den Umgang mit Fehlern.

Wie geht es Ihnen, wenn Ihnen ein Fehler unterlaufen ist? Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf?

Möglicherweise schämen Sie sich und sind peinlich berührt.
Sie ärgern sich über sich selbst und Ihr Selbstbild kommt ins Wanken.

Dann stellen Sie sich die Frage:

Was soll ich tun, soll ich ehrlich Bescheid sagen, oder lieber vertuschen und verheimlichen, vielleicht merkt’s ja keiner?

  • Wenn Mitarbeiter den Eindruck haben, es ist besser die Fehler vor der Führungskraft zu verstecken, weil sie sonst vor allen bloßgestellt  oder ausgeschlossen werden, dann stresst sie das und ihr Blutdruck steigt. Ihre Gedanken kreisen darum, dass ihr Fehler entdeckt werden könnte. Sie malen sich aus, was daraus für Konsequenzen entstehen können. Oft können sie ihre Arbeit nur noch unzureichend erfüllen. Dabei entstehen möglicherweise neue Fehler.
  • Wenn Mitarbeiter die Erfahrung machen, der Kunde hat immer Recht, auch wenn er Unrecht hat, der Chef sie runterputzt in Gegenwart des Kunden, entsteht Unsicherheit, Frustration und die Motivation geht gegen Null.
  • Wenn Mitarbeiter hingegen wissen, Fehler können passieren und es bedeutet nicht gleich das Karriereende oder den sozialen Ausschluss, dann beruhigen sie sich wieder und die Anspannung sinkt.
  • Wenn sie das Vertrauen zur Führungskraft haben und wissen es wird nicht auf dem Fehler rumgeritten, sondern es wird konstruktiv nach einer Lösung gesucht, dann sind Mitarbeiter auch bereit ihre Fehler zuzugeben.

Sie fühlen sich dann von ihrer Führungskraft sozial unterstützt.

Es gibt zahlreiche Untersuchungen zur sozialen Unterstützung und ihrer Folgen.

Bei einer Studie (Resch) hat man zwei Gruppen verglichen. Beide hatten zuvor ein vergleichbares Maß an Belastungen angegeben. Sie unterschieden sich aber in der erlebten sozialen Unterstützung durch den Vorgesetzten.

Die eine Gruppe fühlte sich gut unterstützt, die andere nicht.

Nun untersuchte man, wie häufig psychosomatische Erkrankungen bei beiden Gruppen auftraten

Im Ergebnis zeigte sich, dass bei der sozial gut unterstützten Gruppe nur 17% psychosomatische Beschwerden auftraten, während es in der anderen Gruppe mit nur wenig Unterstützung 57% waren. 40 Prozentpunkte Unterschied.

Was können Sie als Führungskraft nun tun, um Ihre Mitarbeiter sozial zu unterstützen?


Mit folgenden Verhaltensweisen können Sie positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit Ihrer Mitarbeiter nehmen:

  • Bieten Sie Ihre Hilfe und Unterstützung an
  • Bauen Sie zu Ihren Mitarbeitern ein vertrauensvolles Verhältnis auf (Zuneigung, Anteilnahme, Wertschätzung)
  • Geben Sie regelmäßig Feedback (soziale Bestätigung)
  • Geben Sie Informationen weiter, geben Sie Orientierungshilfe
  • Schaffen Sie eine positive gesellige Stimmung (Lachen ist gesund)
  • Gemeinsame Aktivitäten mit Spaß und Erholung schaffen ein positives Miteinander und Zugehörigkeit
  • Geben Sie Rückendeckung nicht nur gegenüber Kunden
  • Und nicht zuletzt, lassen Sie Fehler zu und suchen Sie nicht den Schuldigen sondern lernen Sie gemeinsam aus Fehlern.

Fehlerkultur ist Unternehmenskultur. Einer alleine kann da nur wenig bewegen und läuft schnell gegen Windmühlen, wenn er nur alleine konstruktiv mit Fehlern in seinem Team umgeht.

Wie Sie eine Fehlerkultur etablieren, schreibe ich in meinem nächsten Artikel.

Bildquelle: R-K-B by Gaby  Stein pixelio.de

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